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Musikanten geben im Museum den Ton an - PNP vom 10.11.08

Die „Hirschberg Zithermusi“, die „Reichersdorfer Sänger“, „Sagschneider Malan“ und die „Vilsleit’nmusi“ gestalten mit Moderator Franz Gumpenberger einen gelungenen Volksmusikabend im Leonhardimuseum in Aigen am Inn. Foto: Hartwig


8. Volksmusikabend im Leonhardimuseum in Aigen ein voller Erfolg - Über 200 begeisterte Besucher

(hawo, Aigen am Inn) Wenn Museumsleiter Josef Freund zum musikalischen Ausstellungsschluss ruft, bleibt kein Platz im Saal des Leonhardimuseums leer. Am vergangenen Freitag war es wieder so weit: „Beim Wirt da spuit a Musi auf“, so das Motto des diesjährigen Volksmusikabends im Leonhardimuseum. Über 200 Besucher wollten teilhaben am klingenden Museumsabend, gestaltet von einem „Moar“ der echten Volksmusik, Harti Pilsner aus Hirschbach. Mitgebracht hatte er die „Hirschberg Zithermusi“, die „Reichersdorfer Sänger“, „Sagschneider Malan“ und die „Vilsleit’nmusi“. Franz Gumpenberger, ein bekannter ORF-Moderator, führte in launigen Worten durch den Abend. Nach der Begrüßung der Gäste ließ Museumsleiter Freund in wenigen Sätzen das vergangene Ausstellungsjahr noch einmal Revue passieren. Auch vergaß er nicht, noch ins Museum zum Filmabend am 22. November mit Kulturpreisträger Jürgen Eichinger einzuladen. Für den 27. November kündigte er die Eröffnung der Krippenausstellung von und mit Pfarrer Dr. Hans Würdinger an.

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Heitere Anekdoten und Kurzgeschichten

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Die „Hirschberg Zithermusi“, ein reines Saitenquartett, bestehend aus drei Zithern und einer Kontragitarre, eröffnete mit dem Titel „Hopfgartner“ den musikalischen Reigen. Beeindruckend ihr synchrones Zupfmuster und die Klangvielfalt, welche die vier jungen Männer, (Rudi Ritter, Franz Huber alias Öttl, Franz Anzinger und Bernhard Frey), aus dem Rosenheimer Land aus ihren Instrumenten hervorzauberten. Nun ging es Schlag auf Schlag. Franz Gumpenberger kündigte die „Vilsleit’nmusi“ mit der „Annenpolka“, die Hirschberg Zithermusi“ mit einem Landler, die „Sagschneider Malan“ mit dem Tanzlied: „Jo wie du so schee tanz’n kannst“ und die „Reichersdorfer Sänger“ mit dem Lied „Jetzt is hoid da Summa wieda aus“, an. Herzhafter Applaus beendete die erste Runde. Dem Moderator blieb es vorbehalten, Zusammensetzung und Herkunft der einzelnen Gruppendem Publikum vorzustellen.
Begonnen hatte er ja schon mit der „Hirschberg Zithermusi“. Aber wie „Sagschneider Malan“ zu ihrem Namen kamen, diese drei feschen Maderln, die auch noch Schwestern sind, (Vroni, Annett und Hannal Schambeck), war gar nicht so leicht herauszubekommen. „Malan“, die Betonung liegt auf dem ersten a, könnte man auch mit „Schöne, weiblichen Geschlechts“ übersetzen, vielleicht entstanden aus dem heimatlichen Dialekt der Lenggrieser Gegend. Mit ihren glockenreinen Stimmen und alpenländischen Liedtexten begeisterten sie die Zuhörer. Mit „Mei Bua hod ma mei Liab abgsagt“, „An Rudi seiner“, „Zum Tanzen“ und „Staade Stund“ kündigte Franz Gumpenberger eine neue Lied- und Instrumentalrunde an. Mit allerlei Kurzgeschichten zum Schmunzeln zwischen den Ankündigungen lockerte er das Programm auf. „Vom Rebstock zum Wein“, liebevoll intoniert von der „Vilsleit’nmusi, „Frisch auf die Jagd hinaus“, gesungen von den vier „Reichersdorfer Sängern“, einem temperamentvollen Landler der „Hirschberg Zithermusi“ und dem andächtig vorgetragenen Lied „Scheena Summa bist uma“ der „Sagschneider Malan“ ging ein weiterer musikalischer Durchgang zu Ende. Unnachahmlich in seiner eigenen, Wort für Wort wohl überlegten Art, würzte Gumpenberger die kurzen Pausen mit heiteren Anekdoten aus seinem Leben. Dann kündigte er die „Reichersdorfer Sänger“ mit „Boid hinum, boid herum“, die „Vilsleit’nmusi“ mit „Bei da Nacht is’s finster“, „Was kümman mi de Sterndl“ von den „Sagschneider Malan“ und die „Hirschberg Zithermusi“ mit „Da Kerschbaum boarisch“ an. Mit einer böhmischen Polka versuchte dann die „Vilsleit’nmusi“ die Zuhörer wieder auf ihre angestammten Plätze zu locken. Die „Vilsleit’nmusi“, vielen bekannt als ein exzellentes Volksmusiktrio aus der Gegend um Hirschbach, setzt sich zusammen aus Harti Pilsner, Sissi Kagerl und Angelika Huber. Harmonie par Excellence! Mit einem flotten Marsch der „Hirschberg Zithermusi“, ging‘s weiter. Dann stellte Franz Gumpenberger die „Reichersdorfer Sänger“, bestehend aus Klaus, Hans und Girgl Ellmeier sowie Schorsch Berwanger vor. Ihr „S’Dirnai is luste“, und später noch „Mei Zither is mei Freid“ bewies wieder einmal, wie wohltuend doch so ein Männerviergesang klingen kann. Der „Briafalwoizer“ von der „Vilsleit’nmusi“ und „Übern See ko I ned umi schwimma“ der „Sagschneider Malan“ beendete den vorletzten Darbietungsblock. Mit dem Landler „Liabs Dirnai“ eröffnete die „Hirschberg Zithermusi“ das Finale. „Langsam kimmt die Nacht daher“, von den „Sagschneider Malan“ und dem Titel „Sempre con te“, zauberhaft intoniert von der „Vilsleit’nmusi“, sollte ein unvergesslicher volksmusikalischer Abend im Leonhardi Museum Aigen seinen Abschluss finden, doch nicht enden wollender Applaus der Zuhörer forderte deutlich genug die Musikanten zu jeweils einer Zugabe auf.

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Perfekter Klang auch ohne Verstärker

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Schade nur, dass die Wertschätzung dieser regional hochkarätigen Veranstaltung einem gewissen Personenkreis verborgen blieb. Positiv anzumerken ist, dass keinerlei elektronische Verstärker oder Mikrofone eingesetzt waren. Auch das Publikum war, in seiner großen Zahl, den ganzen Abend über, vom ersten bis zum letzten Saitenklang, andächtig ruhig, und als Zuhörer freut man sich schon auf die neunte Ausgabe.

Quelle: Passauer Neue Presse