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Therme I wird für 16,8 Millionen saniert - PNP vom 17.07.08

So soll die Therme I aussehen nach Renovierung und Umbau: Bürgermeister Alois Brundobler mit dem Modell. Die Maßnahme kostet 16,8 Millionen Euro, von der Regierung gibt es einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent. Foto: Jörg Schlegel

Drei „Wasserwelten“ sollen entstehen - Künftig freier Blick von Badeplatte zu Badeplatte - Diskussion um Duschen

(Von Marion Zauner, Bad Füssing) Attraktiver soll die Therme I werden, der Krankenkassen-Charme soll getilgt werden. „Wir müssen den Weg gehen, den der Selbstzahler von uns verlangt“, sagte Bürgermeister Alois Brundobler jetzt im Gemeinderat. Einziges Thema der Sitzung: die Modernisierung der Therme I. Am Ende stellte Brundobler klar: „Ich glaube, es wird deutlich, dass wir eine Riesenaufgabe vor uns haben: eine der Säulen Bad Füssings in die Neuzeit rüberzubringen.“ Wie die Therme I fit für die Neuzeit gemacht werden soll, das stellte Architekt Stefan Hiendl aus Passau vor. Er war letztes Jahr mit der Entwurfsplanung betraut worden. „Viele Gäste wissen angeblich gar nicht, dass es eine Badeplatte West und eine Badeplatte Ost gibt“, erzählte Hiendl. Denn man kann nicht von einer Badeplatte zur anderen sehen. Das soll sich ändern. Das Verbindungshaus zwischen Hexagon und Gesundheitszentrum soll abgebrochen werden. Neu gebaut werden soll eine Magistrale (lateinisch für Hauptverkehrsstraße). Der Magistralenbau soll im Norden quer zum Garderobenbau entstehen und die Badeplatten verknüpfen. Der Garderobenbau erhält noch ein zusätzliches Stockwerk, in dem Umkleiden untergebracht werden. Stefan Hiendl hatte ein Modell mitgebracht, um den Räten anschaulich zu machen, wie die Therme I nach der Renovierung aussehen soll. Was derzeit fehlt, das sind kleine, schön eingerichtete Ruheräume und das sind mehr Wasserflächen. Beide Mängel sollen behoben werden. Geplant sind drei „Wasserwelten“. Diese Beckenlandschaften sollen unterschiedlich gestaltet werden, verschiedene Mottos haben: „Oriental“, „Mystisch“ und „Maritim“. In der Wasserwelt „Oriental“ soll es etwa sechs Becken mit verschiedenen Wassertemperaturen geben. Und der Schwefel, der im Thermalwasser vorhanden ist, aber gefiltert wird, soll zu riechen sein. Dass man in unbehandeltem Wasser, das noch Schwefel enthält, badet - „da tut uns das Gesundheitsamt nicht mit“, wusste Bürgermeister Alois Brundobler. Doch die Planer haben sich etwas einfallen lassen, um das Schwefel-Thema doch noch einzubinden: Über eine schräge Wand soll das Original-Wasser fließen, seinen Geruch verbreiten. Da hatte Gemeinderat Max Moser eine Anmerkung: „Das Schwefelwasser gibt einen schleimigen grünen Belag“. Wie das verhindert werden kann, über die Wasseraufbereitung und die ganze Technik, die in der Therme stecken wird, informierte Ingenieur Dirk Hartisch vom Ingenieurbüro Möller + Meyer aus Gotha, zuständig für die Betriebs- und Gebäudetechnik. Stefan Jost stellte die Elektroplanung vor. Und wie das Image der Therme I aufgewertet werden kann, darüber referierte Markus Pühringer von der Agentur „Atelier & Friends“, die seit einem Jahr für die Therme PR macht. Architekt Stefan Hiendl stellte auch die Konzepte für die Ruheräume vor: mit Stoffen verschönt, mit einem heißen Stein oder einem Kamin ausgestattet. Nach dem Umbau, der in drei Bauabschnitten bei laufendem Betrieb stattfinden soll, wird die Wasserfläche gewachsen sein, die Zahl der Duschen von 42 auf 95 gestiegen sein und statt 258 Liegen sollen 299 Liegen „in einer ganz anderen Qualität“ (Hiendl) zum Ausruhen einladen. Über die Zahl der Duschen entspann sich eine Diskussion: Werden wirklich so viele Duschen benötigt? Das soll noch überprüft werden. Genauso wie ein Vorschlag von Leif-Eric Langguth: eine Besucherterrasse, auf der sich Nicht-Badegäste den Badebetrieb anschauen können. Und auch, ob die geplanten drei Bauabschnitte in anderer Reihenfolge durchgeführt werden sollten (dieser Vorschlag kam von Leonhard Brauneis), wird nochmals Thema sein. Stefan Hiendl präsentierte dem Gemeinderat eine Kostenaufstellung: 16,8 Millionen netto für die drei Bauabschnitte inklusive Planerkosten. Der Gemeinderat erteilte dem Architekten einstimmig den Auftrag, die Genehmigungsplanung zu erstellen und noch heuer bei der Regierung einzureichen. Es gibt, so betonte der Bürgermeister, einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent. Wie die Gemeinde die Sanierung der Therme I finanzieren kann, darüber wurde anschließend nichtöffentlich diskutiert.

Quelle: Passauer Neue Presse